Sarah Friend (geb. in Kanada, lebt und arbeitet in Berlin) ist Künstlerin, Forscherin und Softwareentwicklerin. Sie hat u.a. im MoMA (NYC), im Centre Pompidou (Metz), Kunsthaus Zürich, HEK (Basel), Haus der Kunst (München), ArtScience Museum (Singapur), bitforms (NYC), Albright Knox Museum (Buffalo), Rhizome (NYC) und KW Institute for Contemporary Art (Berlin) ausgestellt und kollaboriert. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit Games, Ökonomie und dem Selbst durch die Auseinandersetzung mit neuen Technologien.
Der Titel Spectrophilia, d.h. die sexuelle Anziehung zu Geistern, wird hier doppeldeutig verwendet und bezieht sich nicht nur auf Gespenster (specters), sondern auch auf das Hochfrequenzspektrum (spectrum). In den Skulpturen und Print-Arbeiten der Künstlerin verbinden sich industrielle und technische Materialien, um das Geisterhafte zu evozieren. Verdrehte Kabel, eine barocke Intensivierung dessen, was Reddit als „CablePorn“ bezeichnet, werden zu Adern oder Eingeweiden. Zerbrochene schwarze Spiegel erzählen vom Nachleben von Geräten, von zerbrochenen Spiegelbecken und grabesähnlicher Stille. Die Serie bedruckter Spiegel, Dream House, zeigt Bilder, die von einem von Friends maßgeschneiderten Modellen für maschinelles Lernen generiert wurden, aus denen sie anschließend ihren eigenen Avatar entfernt hat. Was übrig bleibt, ist nur das leere beige Haus, wie es sich die Statistik vorstellt – seltsam unspezifisch und ohne Persönlichkeit, aber natürlich gespenstisch.