Art Düsseldorf 2026

Tatjana Vall, Enya Burger 17 04 2026 – 19 04 2026

Tatjana Vall (geb. 1994 in Sombor, SRB, lebt und arbeitet in München/Berlin) hinterfragt die gängige Wahrnehmung von Authentizität und versucht, die subtilen Unregelmäßigkeiten der physischen Realität aufzudecken. Ausgehend von Naturwissenschaften, Psychologie und Kunstgeschichte schafft sie mechanische Skulpturen, ökosystemische Installationen und Mixed-Media-Arbeiten, um die Wechselbeziehungen zwischen Mensch, Natur und Technologie zu erforschen.
In ihren jüngsten Arbeiten setzt sich Tatjana Vall mit der Fotografie und den ihr innewohnenden produktionstechnischen und wahrnehmungsbezogenen Versprechungen von Erinnerung und Zeit auseinander. Die Arbeiten lassen verschiedene zeitliche Dimensionen ineinanderfließen, in denen technologiebedingte Unsicherheiten und Potenziale der Gegenwart mit historischen Fragen zum technischen Blick zusammenlaufen. Mehrschichtige Pigmentdrucke auf Aluminiumplatten zitieren die Materialität der Daguerreotypie, doch in Valls Bildproduktion werden Oberflächen digital simuliert. Grundlage sind Motive, die aus gefundenen Bildern generiert und händisch bearbeitet werden. Angedeutete Landschaften, Naturphänomene oder Schatten erfundener Apparate reizen dabei die etablierten Erwartungen an fotografische Bildgebungsverfahren. Zugleich versinnbildlichen sie den progressiven, oft quasi-wissenschaftlichen Drang der Fotografie, immer wieder neue Techniken auszutesten. Eine Aneignung durch Nachahmung, die Vall in ihrem Werk konsequent verfolgt. Die sichtbaren Interferenzen – Doppelbelichtungen, Überblendungen, Stempelmuster, Unregelmäßigkeiten und Unschärfen fragen weniger danach, was ein Bild abbildet, sondern vielmehr was ein Bild erzeugt – wie es lädt, gerendert oder gedruckt wird. Die Arbeiten sind in Aluminiumprofile gefasst, den standardisierten Systembauteilen, die als industrielle Normteile erkennbar bleiben. Diese Simultaneität von Offenlegung und Auratisierung durchzieht die gesamte Arbeitsweise der Künstlerin.

 

Enya Burger (geb. 1996, lebt und arbeitet in Düsseldorf) kombiniert Installation, Skulptur, Video, Fotografie und Zeichnung, um Themen aus Naturwissenschaft, Mythologie und Gesellschaft aufzugreifen und sich intensiv mit Machtstrukturen in Politik, Wirtschaft und der digitalen Sphäre auseinanderzusetzen. Sie untersucht die zugrunde liegenden Strukturen der digitalen Technologieproduktion sowie die sozialen und geschlechtsspezifischen Normen, die in die Programmierung von Alltagsprodukten einfließen.
Die gezeigten Wandarbeiten verhandeln, wie sehr Sichtbarkeit und Darstellung von Apparaturen abhängt und durch technische, materielle und körperliche Bedingungen geprägt ist. Die Serie „Terrain Study“ verbindet die mikroskopische Aufnahme einer Körperoberfläche und eine bearbeitete Landschaftsaufnahme aus der Vogelperspektive. Eine Lupe fungiert als optische und räumliche Schwelle. Es entsteht ein zusammengesetztes Bildfeld, in dem sich Nähe und Überblick, Oberfläche und Terrain, Körper und Landschaft ineinander verschieben.  Die Arbeiten der Serie „turning close-apart“ verbinden auf einem Spiegelträger zwei entgegengesetzte Weisen des Sehens. Vorne zeigt sich der UV-Druck einer mikroskopischen Aufnahme menschlichen Materials – auf der Rückseite die Lasergravur einer technischen Zeichnung eines Teleskops. Mikroskopische Nahsicht und teleskopische Fernsicht verschränken sich, es entsteht ein Bildgefüge, in dem sich Untersuchung, Projektion und Selbstwahrnehmung überlagern. Der Titel der Aluminiumskulpturen „Drill Baby Drill“ zitiert den provokativen Slogan der US-Republikanischen Partei, der für eine aggressive Förderpolitik, insbesondere des Frackings steht. Burger erweitert das Machtmotiv des Bohrers durch die Kombination mit der Symbolik des Anzug-Gürtels, der die Dominanz eines (zumeist männlichen) Entscheidungsträgers verkörpert und untersucht, wie eng Ästhetik, Macht und Kapitalisierung miteinander verflochten sind.

Überblick

Booth D10

Art Düsseldorf

Areal Böhler

 

Preview/Opening: Do, 16.04.26, 12-20 Uhr

Messetage: 17.–19.04.26 – Fr 12-19 Uhr/ Sa 11-19 Uhr/ So 11-18 Uhr

Künstlerinnen

Ausstellungsansichten

Werke

Tatjana Vall

past tense, 2025

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Tatjana Vall

brainwave dreampattern, 2025

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Tatjana Vall

imagine, 2025

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Tatjana Vall

savoy, 2025

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Tatjana Vall

Sandman, 2025

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Tatjana Vall

yesterday and almost tomorrow, 2025

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Enya Burger

Terrain Study (#1), 2026

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Enya Burger

Terrain Study (#2), 2026

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Enya Burger

turning close-apart (#1), 2026

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Enya Burger

turning close-apart (#2), 2026

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Enya Burger

turning close-apart (#3), 2026

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Enya Burger

Drill Baby Drill (#1), 2023

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