Dagmar Rhodius

Dagmar Rhodius @park

18 09 2026 – 31 10 2026

Das medienübergreifende Werk von Dagmar Rhodius (*1945 in Bayrischzell, lebt und arbeitet in München) verbindet konzeptuelle, minimalistische und prozessorientierte künstlerische Ansätze in Zeichnung, Malerei, Grafik, Bildhauerei, Fotografie und Installation. Im Zentrum ihres Schaffens steht die Erforschung von Materialität, Raum, Sprache sowie Wahrnehmung und Transformation. Rhodius‘ Arbeiten wurden in Museen und Kunstvereinen im In- und Ausland ausgestellt, darunter im Lenbachhaus München, im Künstlerhaus Hamburg, im Museum Fodor Amsterdam oder im Living Art Museum Reykjavik. Sie erhielt u.a. den Villa-Massimo-Preis in Rom und das Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendium

 

In ihrem Frühwerk der 1970er/80er Jahre arbeitete die Künstlerin intensiv mit Graphit, um das klassische Zeichnen zu erweitern. Die oft mehrteiligen, raumgreifenden Arbeiten zeigen geometrische Formen auf Ingrespapier, wobei feine Nuancen und Schattierungen als physische Spuren des Arbeitsprozesses sichtbar bleiben. In einem körperlichen Kraftakt treibt Rhodius das Graphit mit starkem Druck in die Poren des Papiers. Durch diese intensive Bearbeitung dehnt es sich, wirft Falten und verformt sich; die Zeichnung bricht aus der zweidimensionalen Fläche aus. Diese Werkphase wurde in der Einzelausstellung „Zeichnungen 1977–1980“ im Jahr 1980 im Lenbachhaus in München erstmals dokumentiert.

In den Folgejahren wendet sich Rhodius verstärkt Schrift und Text als künstlerischem Material zu. Schrift erscheint in ihren Arbeiten nicht nur als Bedeutungsträger, sondern als autonomes visuelles Element. Wortfragmente werden aus ihrem linearen Kontext gelöst und als Zeichen und grafische Strukturmittel rhytmisch eingesetzt. Rhodius verfolgt ein bewusstes Spiel mit Lesbarkeit, um Bedeutungsräume zu erforschen und zu verdichten. Die Künstlerin begreift Sprachwandel in Analogie zu geologischen Prozessen, die die Evolution, Transformation und das morphologische Abschleifen von Sprache repräsentieren. Sie zieht eine Parallele zwischen der Erosion durch Meeresbrandung und Sprachentwicklung: so wie Kieselsteine durch die Brandung über Jahrtausende geformt und geschliffen werden, verändern, verkürzen und verdichten sich Wörter durch den kontinuierlichen Gebrauch über Jahrtausende. Sichtbar wird diese Analogie in Schwarz-Weiß-Fotografien isländischer Steinstrände, in die Rhodius mittels Doppelbelichtung schwarze Bild-Schriftzeichen einsetzt. Wortketten in verschiedenen Sprachen bilden ein abstraktes Geflecht. Wie eine „etymologische Forscherin“ visualisiert Rhodius sprachliche Verwandtschaften und historische Entwicklungen. Durch Stapelung der Buchstaben verliert das geschriebene Wort seine semantische Lesbarkeit und verwandelt sich in eine rhythmische Chiffre. Diese visuelle Erosion verbildlicht den Prozess des sprachlichen Schleifens. Das Wort entwickelt sich zurück zu einem universellen, archaischen Zeichen.  In ihren neueren Arbeiten führt sie diesen Gedanken der Schichtung fort: Mittels Schablonen und Handsiebdruck (in Zusammenarbeit mit A.G. Fischer) trägt sie transparente Text-Bildstrukturen auf einen abstrakt-malerischen Grund auf, wodurch eine neue, vielschichtige Symbiose aus Malerei und Schriftgrafik entsteht.

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Ausstellungsansichten

Werke

Dagmar Rhodius

Ohne Titel (Krümmung 5), 1980/81

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Dagmar Rhodius

PITY 4, 2019-2021

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Dagmar Rhodius

PITY 5, 2019-2021

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Dagmar Rhodius

la vie (sunset), 2025

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Dagmar Rhodius

la vie (chocolat), 2025

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Dagmar Rhodius

JOIE – GIOIA – JOY, 1988/2026

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Dagmar Rhodius

Ohne Titel (16), 1988/2026

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Dagmar Rhodius

brachiatellum – bracellum – brezel, 1988/2026

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Dagmar Rhodius

INVIDIA – ENVIE – ENVY, 1988/2026

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