Durch vielfältige Materialien und Techniken unterzieht Lennart Lahuis (geb. 1986 in Hengelo, NL) visuelle Informationen natürlichen Prozessen wie Oxidation, Verbrennung, Verdunstung und Erosion. Der Künstler stellt diese Naturphänomene technologischen Elementen und wissenschaftlichen Disziplinen wie Geowissenschaften und Astronomie gegenüber. Präzision und Genauigkeit, welche sowohl die Wissenschaft als auch Technologie auszeichnen, stehen im Kontrast zur Unbeständigkeit und Unvorhersehbarkeit natürlicher Phänomene. In seinen Objekten und Installationen geht Lahuis von Vergänglichkeit und Entropie aus, um die Grenzen der Verständlichkeit und die materiellen Bedingungen für Lesbarkeit zu erforschen.
Small Language Models vereint zwei Werkgruppen. Die beiden Denim-Arbeiten Sentiments und Supra-Individuel zeigen Texte und Abdrücke von Objekten, die in Stoff eingerieben wurden und an die Umrisse eines Smartphones erinnern, das immer in derselben Tasche der Lieblingsjeans einer Person getragen wird. Diese beiden Werke werden mit Lahuis‘ jüngster Serie Calorgraphs kombiniert. Diese besteht aus oxidierten Metallplatten, die auf 300 Grad erhitzt werden und auf die der Künstler mit Schweiß Bilder gezeichnet hat. Calorgraph kombiniert das lateinische Wort für Wärme mit der Endung -graph, die üblicherweise mit grafischen Reproduktionstechniken assoziiert wird. Die Werke reflektieren über Wärme, atmosphärische Bedingungen und die Repräsentation von Natur durch Produkte. Beide Serien aus Small Language Models verankern die Reproduktion von Informationen in natürlichen Prozessen und im Körper.