Art Cologne 2026

Katharina Gaenssler, Patrick Ostrowsky, Tatjana Vall 05 11 2026 – 08 11 2026

Der Stand auf der Art Cologne vereint unterschiedliche künstlerische Positionen, die Wahrnehmung und Wirklichkeit untersuchen und sich mit Bild, Raum und Material als Trägern von Erinnerung auseinandersetzen. Die Arbeiten zeigen, wie Realität durch Schichtung, Fragmentierung und Transformation dargestellt und konstruiert wird. Dabei bewegen sie sich im Spannungsfeld von Kontrolle und Zufall sowie zwischen Dokumentation und Konstruktion.

 

Die Praxis des Archivierens durchzieht Katharina Gaensslers (*1974 in München, lebt und arbeitet in München) künstlerisches Schaffen.

Ausgehend von einer umfangreichen Sammlung fotografischer Aufnahmen entwickelt sie ein visuelles Gedächtnis, das sich entlang zeitlicher und räumlicher Abfolgen entfaltet. Im Zentrum ihrer Arbeit bis 2015/16 stehen umfangreiche Bildserien, die sie in Buchform präsentiert oder als komplexe Raum-Collagen realisiert. Sie analysiert und dokumentiert räumliche Strukturen und hinterfragt grundlegende Bedingungen des Sehens und der Wahrnehmung, um neue Perspektiven auf das Verhältnis von Bild, Raum und Wirklichkeit zu eröffnen. In unzähligen Detailaufnahmen fotografiert sie Räume durch ein geschautes Raster. Die Einzelbilder werden im Ausstellungsraum zu großformatigen multiperspektivischen Fotoinstallationen montiert. BRITTA RETTBERG präsentiert auf der Art Cologne Arbeiten aus der „HDT“ Serie, die im Kontext der Ausstellung „Rasterfahndung – Das Raster in der Kunst nach 1945“ (Kunstmuseum Stuttgart, 2012) entstanden und das Atelier von Hanne Darboven zeigen. Gaenssler fotografierte über zwei Wochen drei Räume von insgesamt 28 Atelier- und Wohnräumen Darbovens in Hamburg Haburg. Für die Fotoinstallation in der Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart wurde ein Teil der Aufnahmen des sogenannten „Turms“, eines der Zimmer Darbovens, zusammengesetzt. Die rund 4500 Einzelaufnahmen setzte sie auf einer 145 qm großen Wandfläche zu einer großformatigen vielperspektivischen Fotocollage zusammen.

 

Patrick Ostrowsky (geb.1991 in Schwandorf, lebt und arbeitet in München/Schweiz) kombiniert Skulptur, Objekt, Malerei und Installation auf der Grundlage einer kritischen Erforschung von (temporärer) Architektur und Naturräumen, von Material und Ritual. Er beschäftigt sich mit der Skulptur und ihrem Verhältnis zum Raum, ihrer Funktion und ihrer Schnittstelle zu Architektur und Design; die Theorien der Minimal Art, Post Minimal Art und Land Art fließen auf vielfältige Weise in seine Arbeit ein. Ostrowsky orientiert sich an materiellen Aspekten von Orten und Phänomenen abstrakter Prägung in der urbanen Landschaft, um Strukturen des urbanen Lebens und Strategien temporärer Architektur auf die Skulptur zu übertragen. Der Künstler untersucht die Beziehung zwischen Körper, Raum und den Strukturen, die beides zusammenhalten. Er verleiht Erinnerungen Gestalt und schafft Arbeiten, die die physischen Überreste des Abwesenden und Vergangenen in der Gegenwart bewahren. Er betrachtet Oberflächen als Speicher von Berührung und Eindruck. In Weiterführung seiner fortlaufenden Auseinandersetzung mit der Oberfläche als Träger von Erinnerungen nutzt Ostrowsky in seiner neuen Serie von Papierarbeiten Marmorierung und Frottage.

 

Tatjana Vall (*1994 in Sombor, SRB, lebt u. arbeitet in München/Berlin) stellt die konventionelle Wahrnehmung von Authentizität in Frage und versucht, die subtilen Unregelmäßigkeiten der physischen Realität aufzudecken. Auf der Grundlage von Naturwissenschaft, Psychologie und Kunstgeschichte schafft sie mechanische Skulpturen, ökosystemische Installationen und Mixed-Media-Kompositionen, um die Verflechtungen zwischen Mensch, Natur und Technologie zu untersuchen. Valls mehrschichtige Pigmentdrucke auf Aluminiumplatten zitieren die Materialität der Daguerreotypie. Doch in Valls digitalen Bildproduktionen simuliert die Digitalität dessen Spur. Die Basis sind Motive, die aus gefundenen Bildern generiert und anschließend bearbeitet werden. Sie reizen dabei die etablierten Erwartungen an fotografische Bildgebungsverfahren. Die Interferenzen– Doppelbelichtungen, Überblendungen, Stempelmuster, Unregelmäßigkeiten und Unschärfen fragen weniger danach, was ein Bild abbildet, sondern vielmehr was ein Bild erzeugt – wie es lädt, gerendert oder gedruckt wird. Die auf der Art Cologne gezeigten Arbeiten zeigen monumentale Architekturen und imaginäre Landschaften, die zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit oszillieren. Ausgangspunkt sind fotografische Aufnahmen antifaschistischer Denkmäler sowie architektonische und kunsthistorische Motive. Die Arbeiten greifen das dokumentarische Material auf, lösen es jedoch aus seinem ursprünglichen Kontext und überführen es in neu konstruierte Bildräume.

Übersicht

Neumarkt

Halle 11.2 / Stand N4

Art Cologne

 

Preview/Opening: 05.11.26, 12 – 16 Uhr / 16 – 20 Uhr

Messetage: 06./07.11.: 11 – 19 Uhr, 08.11.: 11 – 18 Uhr

Künstler

Werke

Katharina Gaenssler

HDT 14 / 14, 2012

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Katharina Gaenssler

HDT 08 / 14, 2012

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Katharina Gaenssler

13 (HDT) D 106 / 248, 2012

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Tatjana Vall

Alba, 2026

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Tatjana Vall

Leurra, 2026

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Tatjana Vall

Auburn, 2026

Details
Patrick Ostrowsky

uncanny floating 38 (shape of memory II), 2026

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Patrick Ostrowsky

uncanny floating 6 (a gift), 2026

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Patrick Ostrowsky

uncanny floating 12 (a way of thinking), 2026

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Patrick Ostrowsky

soft bindings (room with my soul left out), 2026

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